Understanding Crime Statistics: Insights and Limitations from State Criminal Offices in Germany

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) bietet einen jährlichen Überblick über erfasste Straftaten in Deutschland, wobei sie auf Daten der Landeskriminalämter basiert. Kritiker bemängeln, dass die PKS nicht die tatsächliche Kriminalität widerspiegelt, da viele Delikte, insbesondere im “Dunkelfeld”, unberücksichtigt bleiben. Zudem fehlen wesentliche Straftaten wie Verkehrsdelikte und staatliche Sicherheitsdelikte. Die Statistik wird durch demografische Faktoren und die Intensität der Polizeikontrollen beeinflusst, während Migration nicht zu einem Anstieg der Kriminalität beigetragen hat.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik: Ein Überblick

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) wird jährlich erstellt und basiert auf den Daten, die von den 16 Landeskriminalämtern übermittelt werden. Laut dem Bundesministerium des Innern spiegelt die PKS jedoch „keine exakte Reflexion der Realität“ wider. Welche Daten werden erfasst und was bemängeln Kritiker?

Erfasste Straftaten in der PKS

Die PKS dokumentiert sämtliche Straftaten, die von der Polizei bearbeitet werden, egal ob sie vollendet oder lediglich versucht wurden. Es wird betont, dass die PKS „keine exakte Reflexion der Realität der Kriminalität“ liefert, sondern lediglich eine mehr oder weniger genaue Annäherung, abhängig von der Art der Delikte.

In der Statistik sind die absoluten Zahlen aller Straftaten und Verdächtigen erfasst, sowie relative Zahlen, die Einblicke in die Häufigkeit von Straftaten im Verhältnis zur Bevölkerungszahl oder bestimmten Gruppen (Alter, Geschlecht, Nationalität) geben. Diese relativen Zahlen dienen der Vergleichbarkeit über die Jahre hinweg.

Die absolute Anzahl der Straftaten wird auch durch externe Faktoren wie demographische Veränderungen beeinflusst. In Zeiten signifikanter Zuwanderung sind die relativen Zahlen besonders relevant, da in der Regel mehr Menschen auch mehr Straftaten begehen.

Die PKS liefert umfassende Informationen über die Art und Zahl der erfassten Straftaten, den Tatort und die Tatzeit, die Opfer und Schäden, die Ergebnisse der Aufklärung sowie Alter, Geschlecht, Nationalität und weitere Merkmale der Verdächtigen. Insgesamt ist eine Abnahme der erfassten Straftaten zu verzeichnen, was unter anderem auf das neue Gesetz zur Cannabisregelung zurückzuführen ist.

Was fehlt in der PKS?

In der PKS sind wesentliche Gruppen von Straftaten nicht erfasst: Dazu zählen staatliche Sicherheitsdelikte, Ordnungswidrigkeiten, Verkehrsstraftaten und Delikte, die nicht in den Zuständigkeitsbereich der Polizei fallen, wie etwa Finanz- und Steuerdelikte.

Im Bereich der Verkehrsstraftaten fehlen somit viele Delikte, um eine übermäßige Abhängigkeit der PKS von möglichen Schwankungen in diesem Sektor zu vermeiden. Auch Zoll- und Steuerdelikte, die direkt von der Staatsanwaltschaft bearbeitet werden, sind in der PKS nicht enthalten. Staatliche Sicherheitsdelikte werden separat erfasst und teilweise in einem Sonderbericht zu „Politisch Motivierter Kriminalität“ (PMK) veröffentlicht.

Die PKS erfasst nicht die tatsächlich begangenen Straftaten eines Jahres, sondern diejenigen, die von der Polizei identifiziert wurden. Dies bedeutet, dass viele Fälle, die in einem Jahr aufgetreten sind, auch aus den Vorjahren stammen können. Auch nicht aufgeklärte Straftaten werden erfasst, solange kein Täter identifiziert wurde. Wenn sich jedoch herausstellt, dass ein Verdacht nicht substantiiert werden kann, wird der Fall nicht in die PKS aufgenommen.

Die Schattenseite der Kriminalstatistik

Die PKS bezieht sich ausschließlich auf das sogenannte „Hellfeld“, also auf Straftaten, die der Polizei gemeldet und bearbeitet wurden. Das „Dunkelfeld“ von Straftaten, die im Verborgenen begangen wurden, bleibt unberücksichtigt. In bestimmten Deliktsbereichen, wie sexueller Belästigung oder sexueller Gewalt gegen Kinder, wird in der Kriminologie ein großes Dunkelfeld angenommen, da viele Opfer aus Scham oder Abhängigkeit keine Anzeige erstatten.

Experten warnen davor, einen Rückgang als „abnehmend“ zu kennzeichnen, wenn beispielsweise die Zahlen für den Erwerb und Besitz von Kinderpornografie nur um einige Prozentpunkte gesenkt werden. Diese könnten auch auf Schwankungen im Meldungsverhalten oder in den Ermittlungen in einem Bereich mit einem extrem hohen Dunkelfeld zurückzuführen sein. Im Vergleich zu 2019 ist die Zahl der erfassten Delikte hier bis 2024 um 249 Prozent gestiegen.

Die PKS wird regelmäßig präsentiert, und die Polizeiführung warnt vor einer Überlastung. Kriminologe Tobias Singelnstein betont, dass die Statistiken nicht die Realität der Kriminalität widerspiegeln, sondern vielmehr die Aktivitäten der Polizei. Aussagen über die Entwicklung der Kriminalität sollten mit größter Vorsicht betrachtet werden.

Faktoren, die die Kriminalität beeinflussen

In der Kriminologie gibt es verlässliche Indikatoren, die auf eine erhöhte Kriminalität hinweisen: Erstens gibt es einen Schwerpunk in jüngeren Altersgruppen. Zweitens sind etwa 75 Prozent aller Verdächtigen männlich. Drittens spielt die soziale Situation der Täter eine entscheidende Rolle: Je prekärer die soziale Lage, desto höher die Anfälligkeit für Kriminalität.

Die Intensität der Polizeikontrollen hat ebenfalls erheblichen Einfluss auf die Statistiken. Eine hohe Polizeipräsenz führt in der Regel zu mehr aufgedeckten und gemeldeten Straftaten, jedoch sagt dies nichts über die tatsächliche Anzahl an Straftaten aus, die möglicherweise lediglich den Behörden bekannt werden.

Im Jahr 2023 wurden mehr Straftaten erfasst, was bereits vor der Präsentation der Zahlen zu Diskussionen führte.

Einfluss der Migration auf die Kriminalität

Laut „Mediendienst Integration“ hat Migration in den letzten 20 Jahren nicht zu einem Anstieg der Kriminalität geführt: „Die Zahl der Straftaten ist tendenziell gesunken, während gleichzeitig immer mehr Ausländer in Deutschland leben“ – die Zahl der Ausländer stieg zwischen 2005 und 2023 um 72 Prozent.

Dennoch sind Aussagen, dass Ausländer einen höheren Anteil an den Verdächtigen ausmachen, häufig zu hören. Diese Behauptung beruht auf einem Trugschluss: Es muss zwischen ausländischen Verdächtigen, die möglicherweise nur vorübergehend im Land sind, und solchen, die hier leben, unterschieden werden. Ein „Nicht-Deutscher“ muss nicht zwangsläufig zur ausländischen Wohnbevölkerung gehören, um in der PKS erfasst zu werden.

Die statistischen Vergleiche werden oft von populistischen Strömungen genutzt, um eine vermeintlich höhere Kriminalitätsneigung unter Ausländern zu quantifizieren. Im März musste das Bundesland Brandenburg seine Polizeistatistik aufgrund solcher Rechenfehler korrigieren. Innenministerin Katrin Lange (SPD) hatte zuvor betont, dass „über 25 Prozent der Verdächtigen Ausländer“ seien.

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