Israel intends to extend its control over larger areas of the Gaza Strip, with Prime Minister Benjamin Netanyahu announcing plans for ongoing military pressure against Hamas. As airstrikes intensify, over 1,000 Palestinians, including many women and children, have reportedly died. The strategy includes the establishment of security zones and a proposed 50-day ceasefire linked to the release of hostages. Reports indicate that protests against Hamas have diminished, while humanitarian aid remains blocked, exacerbating the crisis.
Israel zeigt seine Pläne offen: Die Regierung beabsichtigt, größere Teile des Gazastreifens dauerhaft unter ihre Kontrolle zu bringen. Hunderte von Palästinensern sind bereits bei einer erneuten Offensive ums Leben gekommen.
Benjamin Netanyahu, der Premierminister Israels, hatte vor einigen Tagen im Parlament große Vorhaben verkündet – aus israelischer Sicht. Die schweren Luftangriffe auf den Gazastreifen hatten bereits begonnen: „Wir werden das Gesicht des Nahen Ostens verändern. Die Kämpfe im Gazastreifen werden andauern, und je mehr Hamas sich weigert, unsere Geiseln freizulassen, desto größer und stärker wird unser Druck sein“, sagte Netanyahu. „Das umfasst auch die Übernahme von Gebieten und andere Dinge, über die ich hier nicht näher eingehen möchte.“
Bericht von Sophie von der Tann, ARD Tel Aviv, über Israels Pläne im Gazastreifen
Es steht jetzt fest, dass Israel große Teile im Süden des Gazastreifens räumt. Palästinenser wurden aus der Stadt Rafah, direkt an der südlichen Grenze zu Ägypten, vertrieben. Seit Beginn der Offensive vor etwa zwei Wochen mit schweren Luftangriffen sind laut palästinensischen Quellen bereits über 1.000 Menschen ums Leben gekommen, darunter viele Frauen und Minderjährige.
Der Vorschlag umfasst einen 50-tägigen Waffenstillstand und die Freilassung weiterer Geiseln.
‘Die Gebiete gehören nicht mehr den Palästinensern’
Der ehemalige General Yiftach Ron-Tal erklärte heute im israelischen Armeesender den Plan dahinter: „Wir erweitern dies. Das bedeutet, dass wir jetzt die sogenannten Sicherheitszonen vergrößern. Diese Gebiete gehören nicht mehr den Palästinensern oder Hamas, sondern werden an den Staat Israel übertragen.“ Es geht um die Ausweitung des Philadelphi-Korridors, urbaner Gebiete von Rafah und auch um Teile im Westen. „Das hat große Bedeutung und betrifft natürlich auch den nördlichen Teil des Gazastreifens.“
Jedoch plant Israel nicht nur, größere Gebiete des Gazastreifens dauerhaft unter Kontrolle zu bringen. Es geht auch primär darum, Druck auf Hamas und die Bevölkerung auszuüben. Verteidigungsminister Israel Katz sprach von Gebieten, die „den Sicherheitszonen des Staates Israel annexiert werden sollten.“ „Die Bewohner Gazas, Hamas setzt eure Leben aufs Spiel, sorgt dafür, dass ihr eure Häuser verliert und immer mehr Territorium in die Verteidigungsstruktur Israels integriert wird“, sagte der Minister. „Fordert die Beseitigung von Hamas in Gaza und die sofortige Freilassung aller israelischen Geiseln. Das ist der einzige Weg, um den Krieg zu beenden.“
Kurz zuvor hatte das Militär die Luftangriffe wieder aufgenommen.
Kaum Proteste gegen Hamas
Tatsächlich gab es vor einigen Tagen erste Proteste gegen Hamas im Gazastreifen, an denen Tausende teilnahmen. Diese sind mittlerweile abgeebbt – teils unterdrückt von Hamas. Im Internet kursieren Videos, die die Hinrichtung eines Polizisten durch Clanmitglieder in Deir El Balah zeigen. Er soll versucht haben, eine Menschenmenge, die nach Mehl suchte, zu zerstreuen. „Jetzt sollte Hamas euch helfen!“, riefen seine Mörder.
Der Druck Israels auf die Menschen im Gazastreifen umfasst auch die Blockade von Hilfsgütern. Seit über vier Wochen sind keine Nahrungsmittel, Wasser, Treibstoff oder medizinische Versorgung in das stark zerstörte Gebiet gelangt.
Hamas wurde durch die israelischen Angriffe geschwächt. Viele ihrer früheren Anführer sind tot.
Viele Frauen und Kinder kamen ebenfalls ums Leben
Unterdessen halten die schweren Luftangriffe an: Bei einem Angriff in Khan Younis starben laut palästinensischen Berichten mindestens 12 Personen, darunter Frauen und Kinder.
Rida Al Jabbour, eine palästinensische Frau, die in Khan Younis auf der Flucht ist, zeigte einem Team von Reuters die Leichname – oder Teile davon. Unter den Toten: eine Frau und ihre kleinen Kinder. „Sie umarmte ihre Kinder. Was für eine Tragödie“, sagt sie. „Sie wollte fliehen und hatte zwei Mädchen. Eines wurde vor Ramadan geboren.“ Es war erst wenige Wochen alt.
Und Israel plant, die Luftangriffe und den Vorstoß – sowohl im Süden als auch im Norden des Gazastreifens – auszuweiten. Viele weitere Bodentruppen wurden in das Gebiet beordert.