Examining the Objectification of Women on Secondhand Platforms like Vinted

Vinted, a popular second-hand platform, is increasingly becoming a venue for digital harassment. Users’ photos are being shared without consent in sexualized Telegram channels, causing distress among victims who seek better protection and law enforcement. Many women report receiving unwanted sexual messages, and while Vinted claims to have a zero-tolerance policy for such behavior, users continue to face harassment even after reporting incidents. Some, like Sonja, are pursuing legal action against the perpetrators.

Die Gefahren auf Vinted: Ein Blick auf digitale Übergriffe

Die Second-Hand-Plattform Vinted entwickelt sich zunehmend zu einem Schauplatz für digitale Übergriffe. Nutzerfotos werden ohne deren Wissen in sexualisierten Telegram-Kanälen verbreitet, was bei Betroffenen Besorgnis und den Wunsch nach mehr Schutz und besserer Durchsetzung von Gesetzen hervorruft.

Die 26-jährige Studentin Bella verkauft regelmäßig ihre getragenen Kleidungsstücke auf Vinted. Dafür veröffentlicht sie sogenannte ‘Tragebilder’, auf denen sie ihre Kleider, Tops und Hosen präsentiert. Im Februar bemerkte Bella, dass sie vermehrt Nachrichten von Männern mit sexualisiertem Inhalt auf Vinted erhielt: ‘Hey, sieht das gut aus, ist das noch verfügbar?’ ‘Ja, ist noch da! :)’ ‘Und die Unterwäsche darunter auch?’ ‘Hä?’ ‘Ist das nicht ein schwarzer Tanga?’ Nach Recherchen von NDR, WDR und SZ wurden Bellas Fotos – sowie die von mindestens 100 anderen Frauen – ohne ihr Wissen in einem sexualisierten Telegram-Kanal geteilt.

Die Situation auf Vinted: Nutzerinnen berichten von Belästigungen

Vinted, früher bekannt als Kleiderkreisel, gilt als eine der beliebtesten Plattformen für den Kauf und Verkauf von Second-Hand-Mode mit über 65 Millionen Nutzern weltweit, darunter mehrere Millionen in Deutschland. Die Profile der Nutzer zeigen oft deren Namen und Wohnorte.

Die Journalisten der NDR, WDR und SZ haben den öffentlichen Telegram-Kanal ‘Girls of Vinted’ mehrere Wochen lang beobachtet. Während dieser Zeit wuchs die Mitgliederzahl des Kanals von etwa 1.600 auf über 2.000, wobei die meisten Mitglieder männlich sind. Fast alle geteilten Vinted-Profile stammen von Frauen aus Deutschland, Frankreich und Italien.

Die Vinted-Nutzerin Bella sagt: ‘Ich wusste nichts von dem Telegram-Kanal. Aber ich bemerkte, dass ich plötzlich viel mehr unangenehme Nachrichten erhalte. Es sind so viele, dass ich die echten Käufer kaum finden kann. Ich habe das Gefühl, dass sich die Plattform erheblich verändert hat.’

Sonja, 32, ist seit 2011 bei Vinted registriert und erhält täglich anstößige Nachrichten. Sie beschreibt es als ‘eine digitale Version der Straße’. Um ihre Kleidung zu verkaufen, macht sie Fotos von sich in den Kleidungsstücken, doch sie war sich nicht bewusst, dass ihre Bilder in sexualisierten Telegram-Kanälen kursieren.

Die Administratorin des Telegram-Kanals ‘Girls of Vinted’ gibt vor, Sara, eine angeblich 29-jährige Frau aus Mailand, zu sein. Seit Juni 2024 postet sie fast täglich Bilder und Links zu Profilen von Vinted-Nutzern, wobei die Bilder oft Outfits zeigen, bei denen mehr Haut sichtbar ist.

Die Administratorin bietet zudem sexuelle Dienstleistungen an und verlangt dafür Geld in Form von In-App-Währung. Der Zugang zu den Inhalten ist mit zusätzlichen Kosten verbunden, was es den Nutzern erschwert, sich gegen die Belästigungen zu wehren.

Auf Anfragen von NDR, WDR und SZ reagierte die Administratorin, indem sie behauptete, dass sie nur öffentliche Anzeigen repostet, um Frauen mehr Sichtbarkeit zu geben. Doch als sie mit den Vorwürfen konfrontiert wurde, kündigte sie an, den Kanal zu löschen.

Die rechtlichen Hürden für Betroffene sind hoch, erklärt Max Dregelies, ein Anwalt der Universität Trier. Betroffene haben die Möglichkeit, rechtliche Schritte einzuleiten, müssen sich jedoch fragen, gegen wen sie vorgehen wollen und ob sie die nötigen Mittel und die Zeit dafür haben.

Vinted hat auf die Probleme hingewiesen und betont, dass es eine Null-Toleranz-Politik gegenüber unerwünschter, sexuell expliziter Kommunikation gibt. Nutzer können unangemessene Nachrichten melden, jedoch berichten viele von anhaltenden Belästigungen selbst nach der Meldung.

Bella und Sonja haben die Meldungsfunktion genutzt, um anstößige Nachrichten zu melden. Während Vinted oft schnell reagiert und die betreffenden Konten bannt, erhalten sie trotzdem weiterhin belästigende Nachrichten von anderen Mitgliedern.

Sonja hat sich entschieden, gegen die Administratorin des Telegram-Kanals vorzugehen. Sie ist entschlossen, rechtliche Schritte zu ergreifen, um sich gegen die Belästigungen zur Wehr zu setzen.

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